Bauernproteste in den Niederlanden Teil II. Deutsche Landwirte zeigen sich solidarisch.

Bauernproteste in den Niederlanden Teil II. Deutsche Landwirte zeigen sich solidarisch.

10. Juli 2022 0 Von Rochus-Marian Eder

Welchen Grund haben die Landwirte in den Niederlanden zu deren Protest?

Vor mehr als 14 Tagen protestieren Bauern in den Niederlanden gegen die Auflagen der niederländischen Regierung, den Schadstoff-Ausstoß drastisch zu reduzieren. Die Regierung möchte erreichen, dass die Emissionen von Stickoxiden und Ammoniak bis 2030 um 50 Prozent gesenkt werden. Ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen ist die Viehzucht: diese soll weniger werden. Weshalb? Durch Dünger gelangt Stickstoff in Form von Nitrat beispielsweise ins Grundwasser. Nach Einschätzung der Regierung müssen etwa ein Drittel der Viehbauern ihren Betrieb aufhören.

Die Regierung hat kürzlich auch einen Vermittler in dem Konflikt bestimmt. Dieser Mediator darf sich nun damit auseinandersetzen, wie die Gefühle der Landwirte in dieser Krise sind: Die Bauern fühlen sich verraten. Diese argumentieren, dass sie sich immer an alle Regeln gehalten und nachhaltige Investitionen getätigt hätten. Sie hinterfragen ebenfalls die Schadstoff-Messungen und vermissen eine Perspektive für die Landwirtschaft. Konkret fordern sie mehr Zeit für die Umstellung der Betriebe. Und sie setzen vor allem auf technische Innovationen.

Deutsche Landwirte zeigen Solidarität

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken sagte, dass nan unter den deutschen Bauern eine sehr große Solidarität mit den niederländischen Berufskollegen wahrnehme. Die Bauernlobby stehe in Kontakt mit den Protestierenden, lehne gewalttätige Aktionen jedoch ab. „Die niederländische Regierung will große Teile der Landwirtschaft und der Tierhaltung zwangsweise stilllegen und bietet den Landwirten keinerlei Perspektive. Deshalb waren diese Proteste keine Überraschung und sogar zu erwarten“, sagte Krüsken. Deutsche Landwirte haben sich mit den Niederländern solidarisiert, beispielsweise in Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.