Partnersuche und erste Dates Ende der 80er Jahre – Anfang der 90er, oder wie kommt man beim ersten Date zu einem Kind?

Partnersuche und erste Dates Ende der 80er Jahre – Anfang der 90er, oder wie kommt man beim ersten Date zu einem Kind?

16. September 2022 0 Von Christoph Budde

Chris Budde, [16.09.2022 14:02]

Diese Erzählung ist eine wahre Begebenheit, lediglich die Namen wurden geändert.
Ein junger Mann, nennen wir ihn Klaus war mit seinen 27 Jahren schon länger ein Single. Um diesen, für ihn frustrierenden Zustand zu ändern, gab er eines Tages eine Kontaktanzeige in der Tageszeitung seiner Stadt auf. Damals war das Internet noch in den Startlöchern und so erschien es Klaus am sinnvollsten eben diese Anzeige in einer Zeitung zu veröffentlichen. Die Anzeige lautete wie folgt:
Kennst du auch das Gefühl abends von der Arbeit nach Hause zu kommen, den Fernseher einzuschalten um nicht diese Leere zu spüren? Klaus, 27 Jahre, 180cm, 75 Kilo auf der Suche nach dir für eine gemeinsame Zukunft.
Diese Anzeige erschien Ende Januar an einem Samstag. Klaus hatte wegen Nervosität die ganze Nacht schlecht geschlafen und so beschloss er schon morgens um 6 Uhr die Tageszeitung zu kaufen um seine Anzeige zu sehen. Tatsächlich fand Klaus seine Anzeige, welche sehr gut platziert war, schnell. Er ging duschen und noch eher er sein Frühstück essen konnte, klingelte sein Telefon.
Eine weibliche Stimme sagte freundlich Hallo. Es war ein etwas längeres Gespräch und Klaus verabredete sich mit Babsi für 14.30 Uhr in der Eisdiele. Kaum hatte Klaus aufgelegt klingelte das Telefon erneut. Petra hörte sich auch sehr interessant an und so verabredete sich Klaus mit Petra um 15.30 Uhr in der gleichen Eisdiele. Voller Vorfreude auf den Nachmittag ging Klaus in die Küche um den Abwasch zu machen, jedoch kam er nicht dazu, denn schon wieder klingelte das Telefon. Diesmal hieß die Anruferin Gabi. Nach wenigen Minuten war auch mit Gabi ein Treffen für 16.30 Uhr ausgemacht, natürlich im gleichen Eiscafe. Es folgte Steffi um 17.30 Uhr. Klaus machte sich nun einige Notizen, damit er die Damen nicht verwechseln würde. 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30, aber was mache ich nur wenn noch eine Frau anruft. Erstmal den Anrufbeantworter umprogrammieren. Gerade damit fertig geworden klingelte das Telefon erneut. Susanne hörte sich echt heiß an und so gab Klaus ihr einen Termin für 15 Uhr in besagter Eisdiele. Kurz bevor Klaus zu seinem ersten Date aufbrechen wollte meldete sich auch noch Karin. Sie bekam einen Termin für 16 Uhr.
Jetzt erst wurde Klaus plötzlich klar, dass dies sicher schwierig werden könnte, denn die eine ist sicher zu spät, die andere zu früh und oder kommt gar nicht. Genauso sollte es kommen und doch hatte Klaus das große Glück alles wie gekonnt mit einem Lächeln zu umschiffen. Nach 4 Eis, einem unvergessen Blick der männlichen Bedienung ging Klaus recht froh gestimmt wieder Richtung Heimat. Für die kommenden Tage hatte er zwei Dates ausgemacht.
Zuhause hörte Klaus seine Mailbox ab, hatte sich aber bereits den Fernseher angemacht, eine Packung Negerküsse (für Klaus wird es immer so heißen) parat gestellt und es sich gerade auf der Couch gemütlich gemacht, als das Telefon erneut klingelte. Etwas gelangweilt oder besser gesagt etwas müde ging Klaus ans Telefon nachdem er den Fernseher stumm geschaltet hatte. Sabine meldete sich mit einer so süßen, weiblichen Stimme, dass Klaus augenblicklich ein Kribbeln im Bauch verspürte. Sabine erzählte, Klaus konnte gar nicht richtig folgen, jedoch den folgenden Satz nahm er ganz klar wahr. „ Magst du jetzt noch auf einen Kaffee bei mir vorbeikommen?“ Ja, oh ja, gerne. Es war kurz vor 19 Uhr als Klaus endlich bei Sabine vor der Türe stand. Sie öffnete und Klaus fühlte sich plötzlich wie ein kleiner Junge. Sabine lebte mit ihrer Freundin zusammen in einer 3 Zimmer Wohnung. Sie hatten einen Gemeinschaftsraum und jeder ein eigenes Zimmer.
Während Klaus vorsichtig an dem Kaffee schlürfte, drang plötzlich ein Wimmern aus einem der Zimmer. Keine der beiden Damen reagierte. Bettina, so hieß die andere Dame guckte Fernsehen ohne sich weiter um Sabine und Klaus zu kümmern. Also fragte Klaus nach dem Wimmern.
Sabine stand auf und kam mit einem winzigen Baby auf dem Arm wieder, setzte sich zu ihm und sagte nur – magst du sie mal halten während ich eben ein Fläschchen mache? Klaus nickte nur und hatte plötzlich ein Baby im Arm. Ein wunderschönes Gefühl, aber von einem Kind hatte Sabine nichts gesagt. Ehe Klaus weiter darüber nachgedenken konnte, kam Sabine schon mit einem Fläschchen und einem Tuch. Beides gab sie Klaus und meinte nur, du machst das schon.. Für Klaus war es ein sehr schönes, wohliges warmes Gefühl und er genoss diesen Moment. Sabine setzte sich dazu und erzählte ihm ihre Geschichte. Ein etwas anderer Geruch lag plötzlich in der Luft und Klaus wollte Melissa (Name des Babys) schon an Sabine geben, als diese nur sagte, komm mal mit in das andere Zimmer. Dort auf dem Wickeltisch war alles zu finden, was man braucht zur Reinigung. Willst du das machen? Klaus traute sich kaum etwas zu sagen, denn das war für ihn Neuland, also nickte er nur und begann Melissa auszuziehen. Es dauerte etwas länger, aber es klappte alles. Klaus legte Melissa wieder hin und nach gut einer weiteren Stunde verabschiedete sich Klaus. Man hatte sich direkt wieder für den nächsten Morgen um 10 Uhr in der Stadt verabredet. Zum Abschied gab Sabine Klaus noch einen zarten Kuss! Klaus hatte sich Hals über Kopf in Sabine (nein, eher Melissa oder doch beide) verliebt.
Ende Teil 1