Veränderung – warum?!

26. April 2022 0 Von Regina Echtler

Wenn uns die letzten knapp 2,5 Jahre eines gezeigt haben, dann das wir dringend in unseren Leben, in unserer Gesellschaft etwas verändern müssen. So gespalten wie heute waren wir noch nie. Häufig wissen wir nicht, wie wir noch miteinander umgehen sollen und ob wir einander noch vertrauen können. Wir sehen im Anderen häufig nur noch seinen „Gesundheitsstatus“ aber nicht mehr den Mensch, der uns gegenübersteht. Das stimmt traurig und nachdenklich und stellt die Frage in den Raum, wie es mit uns als Gesellschaft weitergehen soll. Jede kleinste Kritik, jedes Hinterfragen der eigenen Position erleben wir häufig als Frontalangriff auf unsere Person, den es zu bekämpfen gilt. Wir haben das miteinander reden verlernt und noch viel mehr das einander wertfrei zuhören. Wir halten uns gegenseitig für unfähig, die Fakten zu verstehen und sehen den großen Splitter in unserem Auge dabei nicht. Wir meinen die Wahrheit mit Löffeln gegessen zu haben und sitzen trotzdem ständig neuen Lügen auf. Wir glauben moralisch und ethisch besser zu sein als andere und bemerken nicht, dass gerade dieser Glaube, „besser zu sein“, uns in Wirklichkeit zu großen Verlierern macht. Wir hoffen darauf, dass wir wieder unser altes Leben zurückbekommen ohne zu verstehen, dass das längst nicht mehr möglich ist. Wir hoffen, wenn wir nur hart genug gegen den Staat, gegen die Regierung, gegen die Politik, gegen die „Coronaleugner“, gegen die „Querdenker“ usw. kämpfen, würden wir gewinnen und verstehen nicht, dass wir längst alle miteinander verloren haben. Wie aus dieser Misere herauskommen? Von Politik und Medien, die immer weiter spalten, immer weiter aufwiegeln und hetzen, werden wir keine Lösung erwarten können. Es liegt also an jedem Einzelnen von uns neue Wege miteinander zu finden und aufeinander zuzugehen. Die Wahrheit ist, dass wir uns alle mehr brauchen, als wir es zugeben wollen. Der Mensch ist nicht für „social distancing“ geschaffen, der Mensch braucht andere Menschen als Gegenüber, als Ratgeber, als Tröster, als Unterstützer, als Freunde, als Partner… Wenn wir ehrlich sind sehnen wir uns doch nach dem Anderen, wir brauchen die Nähe, wir brauchen die Zuwendung, wir alle wollen anerkannt und geliebt werden. Und doch haben wir uns in eine Situation hineinmanövrieren lassen aus der wir nur schwer wieder herauskommen. Wir haben unsere Herzen abgeschaltet und sehen in Menschen mit anderen Meinungen und Vorstellungen häufig nur Feindbilder. Dabei lebt echte Demokratie von der Pluralität der Meinungen. Alle Dinge haben zwei Seiten, zu jedem Thema gibt es unterschiedliche Meinungen, auch unter den Experten – alternativlos ist nie etwas, denn es wird immer wieder neue Wege und Ideen geben um Probleme zu lösen. Wer etwas für alternativlos hält dem fehlt der Mut über den Tellerrand zu schauen und sich neuen Ideen zu öffnen. Alternativlos bedeutet „nur meine Vorstellung, nur meine Idee gilt“ und ist damit genau das Gegenteil von Demokratie, die den Austausch, der häufig auch sehr schmerzhaft sein kann, sucht. In der Kompromisse an der Tagesordnung sind, weil alle Seiten aufeinander zu gehen müssen. In der auch ich manchmal nachgeben muss. Ist unser Ego so viel wichtiger als der Mensch? Wann war der Moment, in dem wir einander verloren haben? Wann war der Moment, in dem unser „ich habe aber recht“ wichtiger wurde, wie unser Bruder, unsere Schwester, unser Kind, unsere Eltern, unsere Freunde und Kollegen?
Was wäre,

wenn wir, trotz all unserer Enttäuschungen und Verletzungen, der letzten Jahre, wieder miteinander sprechen würden – wertfrei ohne Vorwürfe, vorsichtig und zaghaft

wenn wir unser Recht auf Wut, Enttäuschung und Frust beiseite schieben würden und uns stattdessen den anderen öffnen

wenn wir uns zuhören würden

wenn wir es schaffen würden aufeinander zuzugehen

wenn wir neue Wege miteinander finden würden

wenn wir Liebe statt Hass wählen würden

Chris Budde, [26.04.2022 11:28]
Vielleicht sind wir bei „Zusamenstehen e.V.“ und „Marktoberdorf ZAM“ die Glücksritter, die Narren, die Verrückten, die Träumer, vielleicht aber eben auch die Visionäre, die Propheten, die Mutigen, die Liebenden – die, die vorangehen…
Jedenfalls haben wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht, stehen und helfen zusammen und suchen gemeinsam nach neuen Wegen, nach einem neuen Miteinander. Wie es ausschauen wird? Wir wissen es nicht, wir sind gemeinsam unterwegs um dieses neue Miteinander aufzubauen und die Zeit wird zeigen, wie es ausschauen wird – Veränderung fängt im Kleinen an…
Und auch ihr seid gefragt, bringt euch ein, werdet mit uns zu Visionären, baut mit uns eine neue Zukunft, eine neue Gesellschaft auf –

DU UND ICH – GEMEINSAM